Brandbrief des KSchA-Mosel

Hinweis, zu diesem Brief gibt es auch einen Artikel im Trierischen Volksfreund: https://www.volksfreund.de/sport/region/fussball-schiedsrichter-aus-der-region-trier-schliessen-streik-nicht-aus_aid-64189147

Werte Sportfreunde,

Leider müssen wir Euch aus unschönen Gründen schreiben.
In den letzten Wochen kam es verbandsweit zu mehreren tätlichen Übergriffen gegen Schiedsrichter. Bisher kamen wir Schiedsrichter aus dem Kreis-Mosel noch glimpflich davon. Wir mussten uns in der letzten Zeit „nur“ vermehrt verbalen Entgleisungen der übelsten Art auf den Sportplätzen anhören. Nun jedoch ist die Lage weiter eskaliert.
In den letzten Wochen kam es auch bei uns zu mehreren körperlichen Attacken gegen Schiedsrichter*innen. Unrühmlicher Höhepunkt war dabei ein Spielabbruch in der Jugend, nach dem ein Schiedsrichter nach mehreren wüsten Beschimpfungen auch noch körperlich angegriffen wurde, sodass dieser das Spiel abbrechen musste.
Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Es reicht!
Wir sind es leid jedes Wochenende als Prellbock für die Frustration von Spielern, Betreuen und Zuschauern zu dienen. Die Art und Weise, wie in den letzten Jahren, und besonders in den letzten Monaten, mit uns umgegangen wird ist völlig inakzeptabel. Wir sind schließlich auch nur Menschen! Niemand von uns stellt sich auf das Feld und macht absichtlich Fehler. Diese passieren uns jedoch leider, genauso wie sie jedem Spieler während des Spiels mehrfach passieren. Uns dafür sogar körperlich anzugreifen ist in jeder Hinsicht unentschuldbar!
Viele von uns gehen mehrfach am Wochenende pfeifen, weil einfach zu wenig Schiedsrichter da sind. Statt diesen Einsatz für den Fußball zu honorieren, müssen wir im Gegenteil so mit uns umgehen lassen. Dabei wollen wir nichts weiter, als einen fairen und organisierten Spielbetrieb gewährleisten, sodass Ihr, liebe Sportkameraden, Wochenende für Wochenende Eurem Hobby nachgehen könnt.
Wir Schiedsrichter üben unser Hobby mit voller Überzeugung und großer Freude aus. In den allermeisten Fällen haben wir ein vertrauensvolles und gutes Verhältnis zu Spielern und Trainern. Doch einige wenige meinen völlig über das Ziel hinauszuschießen. Wir sind besorgt, dass bald auch bei uns der erste Schiedsrichter oder die erste Schiedsrichterin nach einer Attacke auf dem Sportplatz im Krankenhaus landet. Daher möchten wir an dieser Stelle eines festhalten: Sollte es in Zukunft nochmals zu einen körperlich Übergriff gegen einen Schiedsrichter oder eine Schiedsrichterin kommen, sehen wir uns gezwungen unsere Tätigkeit als Schiedsrichter ruhen zu lassen und in den Streik zu treten. So kann es nicht weitergehen!
Wir fordern daher alle Vereins- und Mannschaftsverantwortliche auf, konsequent gegen Gewalt auf den Sportplätzen vorzugehen. Es müssen diejenigen herausgefiltert werden, die die Grenzen im Umgang miteinander überschreiten. Wir zählen daher auf Eure Unterstützung. Wir bleiben optimistisch, dass wir somit in Zukunft einfach alle zusammen diesen schönen Hobby Fußball nachgehen zu können, ohne Angst vor körperlicher Gewalt zu haben.

Der Kreisschiedsrichterausschuss-Mosel

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